Ist mein Geld bei einer Direktbank genauso sicher wie bei einer Filialbank?

Der große Bogen, den viele Verbraucher um Direktbanken machen, ist hauptsächlich mit der Angst vor mangelnder Sicherheit und Zerrbildern gepflastert, die sich über Jahre hinweg in den Köpfen festgesetzt haben. Unbekannte Namen, vielleicht noch mit Bezug zum Ausland, tun ihr Übriges. Dabei reicht schon ein Blick hinter die Kulissen, um festzustellen, dass die Scheu vor Direktbanken jeder Grundlage entbehrt.

Renommierte Muttergesellschaften

Die meisten Direktbanken sind Tochter- bzw. Onlinegesellschaften renommierter Finanzdienstleister, die unter anderem Namen auch als Filialbank agieren – zum Teil in der Bundesrepublik, zum Teil im europäischen Ausland. Das Know-how haben sich die Unternehmen demnach nicht in wenigen Tagen angeeignet. Es basiert vielmehr auf jahrelanger Erfahrung. Sie fließt direkt in die Produkte, die Dienstleistungen und den Service ein. Diesbezüglich muss man sich also keine Gedanken machen. Direktbanken führen ihre Geschäfte nicht aus einem Keller oder einer Garage heraus. Sie verzichten lediglich auf Filialen und geben den Kostenvorteil an die Kunden weiter.

Gesetzliche Bestimmungen

Entscheidend ist aber, dass jede Bank, die in Deutschland aktiv wird, den gleichen gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Für den Gesetzgeber und die Europäische Union spielt es keine Rolle, ob ein Bankunternehmen Filialen eröffnet oder die Produkte ausschließlich über das Internet vertreibt. Die Voraussetzungen, um überhaupt zugelassen zu werden und eine Banklizenz zu erhalten, sind für alle gleich. Das gilt ebenso für die Bedingungen, die an den laufenden Geschäftsbetrieb geknüpft sind. Für Sparer und Anleger ist in dem Zusammenhang die Einlagensicherung besonders wichtig. Die EU schreibt diesbezüglich eine einheitliche Sicherungsgrenze von 100.000 Euro je Kunde vor und hat ganz klar festgelegt, wie bei einer Pleite vorgegangen werden muss. Ob das Geld nun bei einer Bank angelegt wird, die ihren Stammsitz in Schottland oder in Österreich hat, ist für die Sicherheit damit weitgehend unerheblich, sofern der Anlagebetrag die Sicherungsgrenze nicht übersteigt. Sollte die Direktbank zusätzlich einem der freiwilligen Einlagensicherungsfonds angehören, liegt dieser Grenzwert üblicherweise bei mehreren Millionen Euro je Kunde. Das Kapital ist bei einer Direktbank damit genauso sicher wie bei einer Filialbank.

Informieren und dann entscheiden

Wen jetzt immer noch Zweifel plagen, der sollte einen Blick auf die Seiten der Banken wagen und sich informieren. Zum einen über den Hintergrund: Welches Unternehmen steht hinter der Direktbank? Zum anderen über die Einlagensicherung.  Statt danach sofort in die Vollen zu gehen, bietet es sich an, erst einen kleinen Betrag zu investieren. Als Test, ob man sich mit der Arbeitsweise einer Direktbank anfreunden kann. Schließlich gilt auch hier: Probieren geht über Studieren.

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