Darf man zwei bzw. mehrere Girokonten haben?

Solange es nicht ausartet und Girokonten wie Briefmarken gesammelt werden, spricht nichts dagegen, zwei oder mehrere Bankverbindungen zu haben. Die Frage ist, ob es Sinn macht, die Zahlungsströme auf mehrere Konten zu verteilen, oder ob es nicht besser wäre, alle Buchungen zentral zu organisieren.

Geschäftliches und Privates trennen

Für Unternehmer und Selbstständige stellt sich diese Frage nicht. Um private und geschäftliche Zahlungsvorgänge sauber zu trennen und die Buchhaltung zu vereinfachen, benötigen sie ein privates Girokonto und ein Geschäftskonto. Ob die Konten bei einer Bank oder bei zwei Kreditinstituten geführt werden, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist in dem Fall, dass beide Bereiche für sich stehen und nicht vermischt werden. Das erleichtert den Überblick.

Den Überblick nicht verlieren

Darauf sollten auch private Nutzer achten: Sich nicht zu verzetteln. Das Problem bei mehreren eröffneten Girokonten ist die Übersichtlichkeit. Jedes Konto muss gedeckt sein und sollte nicht in die roten Zahlen rutschen. Dann muss geklärt werden, welche Zahlungen über welches Girokonto laufen sollen. Das Managen der eigenen Finanzen wird auf jeden Fall durch den Einsatz einer Finanzsoftware vereinfacht. Ein Software-Programm wie Starmoney erlaubt es, mehrere Konten verschiedener Banken zusammen zu verwalten. Man braucht also nur ein Programm, um alle Konten, Tagesgeld, Festgeld, Kreditkarten und Depots im Griff zu haben.

Wo hole ich mir ein Zweit-Girokonto?

Zu 99% müssen Sie jedes weitere Girokonto bei einer anderen Bank eröffnen, da kostenloses Konto nur einmal pro Person vergeben wird. Sind Sie also bereits Kunde der DKB, dann eröffnen Sie das nächste Konto z.B. bei der comdirect oder einer anderen Bank.
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Für Paare: das Haushaltskonto

Das heißt nicht, dass ein zweites oder drittes Girokonto grundsätzlich schlecht ist. Es gibt durchaus Gründe, die dafür sprechen, mehrgleisig zu fahren. Ein typisches Beispiel: Ein junges Paar, das die erste gemeinsame Wohnung bezieht. Beide haben ein eigenes Girokonto, auf dem der Lohn gutgeschrieben wird und von dem die Beiträge für Versicherungen und Vereine abgebucht werden. Um bei den Ausgaben für die Wohnung wie Miete, Nebenkosten, Telefon und Strom keinen Streit aufkommen zu lassen, lohnt sich ein zusätzliches Gemeinschaftskonto, auf das jeder einzahlt. Dabei handelt es sich dann um ein sogenanntes Haushaltskonto. Das Geld, das auf dem laufenden Konto verbleibt, kann in die Freizeit investiert oder gespart werden.
Ratgeber zum Haushaltskonto aufrufen

Ordnung in die Finanzen bringen

Ein zweites Girokonto als Haushaltskonto zu eröffnen, bietet sich auch für Familien und Singles an. Die laufenden Ausgaben werden komplett über ein Konto abgewickelt, auf das monatlich ein fixer Betrag eingezahlt wird. Das andere Konto ist dann eher für den privaten Bereich. Das schafft unter Umständen etwas mehr Ordnung. Allerdings: Je mehr Konten auf eine Person laufen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Schufa den Score-Wert herabsetzt. Deshalb sollte man es nicht übertreiben, sondern Girokonten nur gezielt und nach Bedarf eröffnen.

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