Die Begeisterung für Onlinebanking lässt nach?

Dienstag den 6.02.2018

Die Bankgeschäfte ganz einfach online erledigen. Klingt gut. Wird von vielen auch so gehandhabt. Doch letztlich bewegt sich die Quote derer, die ihr Girokonto ausschließlich über das Internet verwalten, auf einem eher mageren Niveau. Filiale statt PC lautet bei vielen Kunden nach wie vor die Devise. Angesichts des zunehmenden Filialsterbens eine Haltung, die überdacht werden muss.

Deutschland nur auf Platz 14

Die Daten von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, zeigen es: 2017 nutzten 56 Prozent der Bundesbürger Online-Banking. Damit bewegt sich Deutschland europaweit nur auf Platz 14. Und das, obwohl die Bundesrepublik im Hinblick auf die moderneren Formen des Bankings schon einmal führend war. Jetzt steht man zwar vor Spanien, Polen und Malta, aber deutlich hinter Österreich, Irland und auch den Niederlanden.

Unsere niederländischen Nachbarn kommen auf einen Anteil von 89 Prozent. So viele Bankkunden gehen nicht mehr an den Schaltern, sondern setzen sich an den Computer, um Geld vom Girokonto zu überweisen oder einen Dauerauftrag einzurichten. Spitzenreiter ist übrigens Dänemark mit 90 Prozent. Am Ende der Skala rangieren Staaten mit einer schwächeren Wirtschaft wie Rumänien (7 Prozent) und Bulgarien (5 Prozent).

Junge Kunden gehen online

Die Statistik besagt darüber hinaus, dass vor allem junge Kunden ihr Konto online nutzen. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen liegt der Anteil bei knapp 68 Prozent. Auch die Bildung spielt eine Rolle. Menschen mit höherem Bildungsniveau setzen zu 77 Prozent auf Technik statt auf den persönlichen Service in einer Filiale.

EU-weit hat Onlinebanking in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. 2007 hat in den 28 Mitgliedsstaaten der EU rund ein Viertel der Bankkunden die elektronische Variante genutzt. Der Anteil stieg in den vergangenen zehn Jahren auf 51 Prozent. Damit loggt sich inzwischen jeder zweite Verbraucher online in sein Girokonto bzw. die Kontoverwaltung ein.

Die Zahl der Bankfilialen nimmt ab

Diese Zahl wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Daran gibt es seitens der Statistiker kaum Zweifel. Auch Deutschland wird aufholen. Denn die Zahl der Filialen nimmt stetig ab. Aktuell gibt es 32.000 Niederlassungen von Banken in der Bundesrepublik. Dieser Wert schrumpft in den nächsten sieben Jahren bis 2025 auf geschätzt 20.000.

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