Neue Regeln rund ums Girokonto

Donnerstag den 18.01.2018

PSD 2 steht nicht etwa für eine neue Spielekonsole, sondern für eine EU-Richtlinie, die eine Reihe von Neuerungen beim Girokonto und generell dem Zahlungsverkehr mit sich bringt. Die Regeln sind seit Samstag in Kraft, müssen teils direkt umgesetzt werden, teils erst in naher Zukunft. Im Fokus stehen dabei ganz klar der Verbraucher und die Sicherheit. Hier die wichtigsten Eckpunkte.

Die Haftungsgrenze sinkt

Sollten Betrüger das Girokonto plündern, indem sie ins Online-Banking eindringen, sinkt die Haftungsgrenze aufseiten des Kunden von 150 auf 50 Euro. Das gilt ebenso bei unberechtigten Lastschriften. Vorausgesetzt wird nach wie vor, dass der Kontoinhaber nicht fahrlässig gehandelt hat. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn man die Konto-Zugangsdaten für jedermann zugänglich auf dem Schreibtisch liegen hat.

In die gleiche Richtung zielt die Regel, dass Fehlüberweisungen leichter zurückgeholt werden können. Bei Zahlungsvorgängen, die nicht explizit vom Kontoinhaber autorisiert wurden, sind Banken in der Pflicht, das Geld zu erstatten. Etwa, wenn Kriminelle die Zahlung in Auftrag gegeben haben. Bei Unstimmigkeiten muss die Bank dann nachweisen, dass der Kunde sie übers Ohr hauen möchte oder fahrlässig gehandelt hat.

Banken haften bei Verspätung

Händler, die für einige Zahlungsarten bislang Gebühren erhoben haben, müssen ebenfalls umdenken. Normale Kartenzahlungen, Lastschriften und auch SEPA-Überweisungen dürfen weder im stationären noch im Online-Handel mit zusätzlichen Gebühren einhergehen. Und sollte eine Zahlung verspätet eingehen, haften die Zahlungsdienstleister, die an dem Vorgang beteiligt waren.

Interessant für alle, die Apps nutzen, um mehrere Konten gleichzeitig zu verwalten oder schnell online bezahlen zu können, etwa per Sofortüberweisung: Jetzt gibt es endlich die gesetzliche Grundlage dafür. Darin ist klar geregelt, dass Banken Zahlungsdienstleistern den Zugang zum Girokonto des Kunden erlauben müssen – über eine entsprechende Schnittstelle und vorausgesetzt, der Kontoinhaber hat zugestimmt. Welchen Dienstleistern die entsprechende Rechte eingeräumt werden müssen, legt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fest.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung

Noch ein wenig Zeit lassen können sich Banken mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung, die künftig auch beim Log-in zum Online-Banking verpflichtend ist. Die zwei Faktoren, mit denen sich der Kunde „ausweist“, müssen aus den Kategorien Wissen, Besitz oder unveränderliches Merkmal stammen. Wissen steht unter anderem für die Geheimzahl, Besitz zum Beispiel für ein Smartphone und das Merkmal kann ein Fingerabdruck sein. In dem Zuge wird auch die iTAN, also die klassische TAN-Liste, zu den Akten gelegt und vom Markt genommen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!