Und weg war das Girokonto

Dienstag den 4.02.2014

Pannen rund ums Girokonto lassen sich bei keiner Bank vollkommen ausschließen. Mal hat die Technik einen heftigen Schluckauf, mal ein Mitarbeiter einen schlechten Tag. Dann landet die Überweisung im Nirgendwo oder wird die Lastschrift doppelt und dreifach ausgeführt. Alles kein Problem, wenn man den Fehler rechtzeitig bemerkt und auf den Fauxpas aufmerksam macht. Dann sollte nach ein paar Tagen alles wieder im Lot sein. Was aber, wenn gleich das komplette Girokonto verschwindet und die Bank sich gar nicht mehr erinnern kann, dass man zufriedener Kunde war?

Das ist eine Situation, die Ilona Wilms niemandem wünscht. Sie hat die Erfahrung machen müssen, bei einer der größten Privatkundenbanken des Landes. Alles fing damit an, dass die 33-jährige Lehrerin auf Anraten der Bank ein Sparkonto löschen und dafür ein neues einrichten lassen wollte. Dazu ging sie in die Filiale in Eimsbüttel. So weit so gut. Dass später beim Onlinebanking nichts mehr ging, machte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht stutzig. Als zwei Wochen später ein Geldautomat ihre Girocard einbehielt, hakte sie nach.

Dann kam der Schock: Der Mitarbeiter der Filiale wollte ihr weißmachen, dass sie noch nie ein Girokonto bei der Bank hatte. Der Hinweis auf die Karte im Automaten ließ ihn zumindest nachschauen. Er holte die Girocard aus dem Gerät und erklärte, sie könne jetzt wieder Geld abheben. Als das nicht klappte, war klar: Irgendwas lief völlig neben der Spur. Das Konto sollte in zwei Tagen freigeschaltet sein. War es aber nicht. Auch nicht nach drei Tagen. Die Filiale war zu dem Zeitpunkt längst nicht mehr der richtige Ansprechpartner. Eine Rufnummer für die entsprechende Abteilung hatte allerdings niemand parat.

Für die junge Lehrerin wurde es da bereits eng. Die Miete sollte sie einfach bar einzahlen. Das hätte sie 6,50 Euro gekostet. Doch auch Zahlungseingänge waren nicht möglich, zumal es einige Tage dauern sollte, bis ein neues Girokonto eingerichtet ist. Irgendwann lief dann alles wieder rund. Der Fehler fand sich im Kündigungsauftrag für das Sparkonto: Dort hatte man die falsche Kontonummer eingetragen und damit die finanzielle Lebensader kurzerhand gekappt. 50 Euro Entschädigung, die der Frau gutgeschrieben wurden, sind zwar eine nette Geste. Es bleibt aber ein fader Beigeschmack.

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