Die Jugend hat zu wenig Ahnung von Konten und Karten

Dienstag den 21.01.2014

Das Thema Finanzen und Jugend wird nun schon seit Jahren regelmäßig aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln beleuchtet. Wie ist es um das Sparverhalten bestellt? Was wissen Teens und Twens über die Börse, das Girokonto und Versicherungen? Die Ergebnisse gleichen einem Wechselbad der Gefühle. Sparen ja, und zwar durchaus eifrig. Geht es aber um das grundlegende Finanzwissen, hapert es gewaltig. So sagten im Rahmen der Jugendstudie 2012 des Bundesverbandes deutscher Banken 54 Prozent der Teilnehmer, sich nicht allzu gut mit Geld auszukennen.

Das ist bedenklich. Denn der Finanzbereich lässt sich nicht einfach so aus dem Leben ausklammern. Er wird immer von Belang sein. Einen kleinen Lichtblick gibt es: Dass Sparen wichtig ist, scheint bei der jüngeren Generation angekommen zu sein. Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren legen laut einer Erhebung der Deutschen Bank im Schnitt 28 Prozent ihrer Einkünfte auf die hohe Kante. Was ein Girokonto ist, können sie allerdings nicht erklären. Dabei buhlen Banken längst um weitaus jüngere Kunden. Teils richten sich die Offerten an Siebenjährige – und sie werden eifrig genutzt.

Dann ist es an den Eltern, den Weg zu ebnen und dem Nachwuchs zu erklären, was es mit dem Konto auf sich hat. Auf die Schulen sollte man sich diesbezüglich nicht verlassen. Girokonto und Co. stehen nicht oder nur am Rande auf dem Lehrplan. Daran ändern auch sämtliche Bekundungen bisheriger Verbraucherschutzminister herzlich wenig. Sie haben den Stein nur angestoßen, nicht aber ins Rollen gebracht. Dabei wären die meisten lokalen Banken vermutlich sofort bereit, ein paar Takte über das Sparbuch, Prepaid-Kreditkarten und Konten zum Besten zu geben. Kostenlose Werbung und wertvolles Wissen sind in dem Fall eine Liaison, von der alle profitieren.

Generell sollten sich alle Banken, die ein Girokonto für Jugendliche im Programm haben, Gedanken darüber machen, wie sie jungen Kunden Wissen vermitteln können. Das Internet bietet dazu alle Möglichkeiten, angefangen bei Videos über Grafiken bis hin zu leicht verständlichen Texten. Anderenfalls lockt man Neukunden, um sie dann ins eiskalte Wasser fallen zu lassen.