Das Girokonto ist kein Sparbuch

Dienstag den 7.01.2014

Warum sollte man sich die Mühe machen, und Geld vom Girokonto umbuchen, wenn man die Moneten dann doch irgendwann gebraucht? Die Antwort darauf ist relativ einfach: Weil man auf diese Weise zumindest ein paar Euro Zinsen kassiert. Das scheint viele Verbraucher allerdings nicht wirklich zu überzeugen. Sie belassen ihr Kapital ohne Wenn und Aber auf dem Girokonto, und das – schenkt man den vielen Studien Glauben – schon seit Jahren. Angesichts der Niedrigzinsphase eine durchaus verständliche Strategie. Nichtsdestotrotz kostet und „verbrennt“ sie Geld.

Größere Beträge haben nichts auf dem laufenden Konto verloren. Es sei denn, es steht eine kostspielige Anschaffung oder die jährliche Abbuchung der Versicherungsbeiträge an. Ansonsten ist das Girokonto die denkbar schlechteste Alternative, Rücklagen zu bilden. Schließlich zahlen die meisten Banken null Prozent Zinsen. Und selbst wenn eine Verzinsung vorgesehen ist, bewegt sie sich auf einem extrem niedrigen Niveau.

Wenn man dann auch noch Gebühren für das Girokonto bezahlen muss, bleibt vom Gewinn gar nichts über. Bestes Beispiel dafür ist das „Haspa Joker smart“ der Hamburger Sparkasse. Den Habenzinsen in Höhe von 0,25 Prozent pro anno steht eine monatliche Kontoführungsgebühr von 6,90 Euro gegenüber. Dieses Missverhältnis können auch Rückvergütungen und der Fahrrad-Schutz nur bedingt aufwiegen.

Einige Direktbanken warten ebenfalls mit Zinsen für Girokonto-Guthaben auf: 0,1 bis immerhin 0,5 Prozent. Da kann man dann schon mal in Versuchung geraten, das Konto kurzerhand als Sparbuch einzuspannen. Besser wäre es jedoch, aktuell nicht benötigte „Überschüsse“ regelmäßig auf ein Tagesgeldkonto zu buchen. Bis zu 1,50 Prozent p.a. sind für Neukunden derzeit drin. Das schafft kein Girokonto. Der Übertrag ist schnell erledigt. Auch wenn man wieder auf das Geld zurückgreifen möchte, dauert es nicht lange, und der Wunschbetrag steht auf dem Konto zur Verfügung. Es ist halt etwas mehr Aufwand, der sich durchaus rentiert. Denn auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.