Bankfiliale mit Kaffeeautomat und W-LAN

Dienstag den 10.12.2013

Filialbanken befinden sich auf einem absteigenden Ast. Immer mehr Verbraucher wünschen sich keinen Schalter, sondern schlichtweg gute Konditionen. Das fängt beim Girokonto an. Statt jeden Monat fünf Euro für die Kontoführung und jährlich 30 Euro für die Kreditkarte berappen zu müssen, wenden sich die Kunden Direktbanken zu. Dort erhalten sie Konto und Karten meist zum Nulltarif und sind dafür durchaus bereit, auf ein Gespräch unter vier Augen mit der Beraterin oder dem Berater zu verzichten. Diesem Trend wollen sich die großen Kreditinstitute mit Filialbetrieb jetzt entgegenstellen.

Wie das aussehen kann, präsentiert die Commerzbank seit einigen Tagen in Berlin. Die neue Pilotfiliale steht für zeitgemäßes Banking. Der „Tagesspiegel“ beschreibt es als „Mischung aus Apple-Store und Starbucks“. Oder anders ausgedrückt: Alles wird moderner. Das gilt für das Interieur, das sich hell und freundlich präsentiert, mit Kaffeeautomaten, Lounge, W-LAN und Tablets, und auch für die Öffnungszeiten. Der Hammer fällt nicht mehr um 16 Uhr, sondern erst um 19.30 Uhr. Werner Baumann von der Commerzbank erklärt dazu: „Es kann nicht sein, dass alle Geschäfte in der Innenstadt geöffnet sind, nur die Bankfiliale ist zu.“ Sollten Kunden auch nach Dienstschluss noch Fragen haben, gibt es eine Videokasse. Sie ist bis 21.30 Uhr besetzt.

Die Ziele, die mit dem neuen Filialkonzept einhergehen, sind klar umrissen: Der Anteil von Beratung und Verkauf, die vor Ort aktuell nur knapp acht Prozent ausmachen, soll auf 16 Prozent ausgebaut werden. Dazu sitzen sich Kunde und Berater nicht mehr gegenüber, sondern nebeneinander. Die Informationen können auf einem Monitor verfolgt werden. Ein Girokonto zu eröffnen soll dann zum Beispiel nur noch 20 Minuten dauern, inklusive Ausstellung der Bankkarten, also einer Giro- und einer Kreditkarte. Ob sich die Ideen bewähren, wird 2015 analysiert. Die Kosten für die Berliner Filiale betrugen übrigens 773.000 Euro. Insgesamt will die Commerzbank bis 2016 rund 120 Millionen Euro in das Filialnetz investieren.

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