Die Geheimniskrämerei ums Girokonto

Mittwoch den 25.09.2013

Wenn schon die Stiftung Warentest Probleme hat, für jede Bank die Überziehungszinsen zu ermitteln, weil die Unternehmen die Daten nicht offen kommunizieren, kann man sich vorstellen, wie hoch die Hürde für Verbraucher ist. Geht es um die Konditionen fürs Girokonto, erweisen sich viele Kreditinstitute als äußerst schweigsam. Wenn überhaupt, erfährt man nur im persönlichen Gespräch am Schalter, was die Kontomodelle kosten oder wie hoch die Zinsen beim Dispo sind. Transparenz sieht anders aus. Und selbst wenn die Informationen veröffentlicht werden, sind sie meist unvollständig.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) glaubt, die Strategie hinter der Geheimniskrämerei gelüftet zu haben: „Der Kunde soll besser nicht darüber nachdenken, was er Monat für Monat an Gebühren zahlt.“ Da spielt dann auch ein wenig die Angst vor der Konkurrenz mit. Denn Girokonto ist nicht gleich Girokonto. Am Markt stehen Dutzende Optionen zur Wahl, von komplett kostenlos bis unnötig teuer. Würden alle Kunden sich die Mühe machen und die Angebote vergleichen, geriete so manche Filialbank ins Schwitzen und darüber hinaus in Erklärungsnot. Denn viele Verbraucher zahlen fleißig Gebühren, obwohl sie beim gleichen Kreditinstitut auch ein kostenfreies oder günstigeres Girokonto führen könnten.

Zugute kommt den Banken, dass die meisten Bundesbürger schlichtweg zu träge sind, sich um ein neues Konto zu kümmern. Dementsprechend stört es auch kaum jemanden, dass er mit dem Girokonto seinerzeit quasi die Katze im Sack gekauft hat. Das wird sich spätestens ändern, wenn auch für das einfache Konto ein genormtes Informationsblatt zur Verfügung gestellt werden muss. Daraus geht dann klar hervor, welche Kosten entstehen. Ob die Deutschen dann zu einem Girokontovergleich wie auf girokonto.info bereit wären, lässt sich zwar nicht vorhersagen. Leichter wäre es auf alle Fälle, die Vor- und Nachteile einzelner Kontomodelle aufzuzählen. So stochert man oftmals im Nebel und wundert sich vielleicht, warum neben der Kontoführungsgebühr auch Transaktionskosten und überhöhte Dispozinsen berechnet werden.